Die Geschichte der Super8 – nicht immer einfach. Dafür aber einfach toll.
„Manchmal glaub‘ ich
selbst nicht, wie weit wir schon gekommen sind.“
Irgendwann habe ich von Rudi Sack gehört, dem Pionier des inklusiven Wohnens. Als junger Student wunderte er sich vor vielen Jahren darüber, dass Menschen mit und ohne Assistenzbedarf nicht zusammenlebten. Warum eigentlich nicht? Schwupps war die erste WG gegründet. Das war in Bayern und vergleichsweise anarchisch. Heute finden sich ausgerechnet dort wohl die meisten inklusiven WGs.
Anders in Berlin. Hier existierte das inklusive Modell noch gar nicht, so dass sich ab 2018 beim neu gegründeten Stammtisch für inklusives Wohnen monatlich einige interessierte Träger und immer wieder eine Menge Eltern trafen, die ihren Kindern ein Wohnen jenseits von Leistungstyp I, II oder III ermöglichen wollten. Eine der ersten Fragen dabei ist: Müssen sich die organisierten Eltern oder der jeweilige Nachwuchs miteinander verstehen? Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Beide.
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Schon früh war uns klar: Es müssen sich nicht nur die Eltern gut verstehen, wenn die Super 8 klappen soll …
„Auch wenn ich oft daran denke, …“
Aus einem lockeren Arbeitskreis schälte sich eine zähe Kerngruppe aus Sarah, Martin und mir heraus, später kamen Daniela und dann auch Birgit dazu. Leola, Jacob, Ronja und Maja heißen die jungen Leute, um die sich alles dreht. In einer Wohnvorbereitungsgruppe lernten sie sich kennen und mögen. Neben der unterstützenden Wajekama-Stiftung gibt es heute den Verein Gemeinsam wohnen e.V., der die Super 8 betreibt, das Wissen um inklusives wohnen unter die Leute bringt und die eine oder andere Spendensumme einwirbt.
Corona kam, Zoom blieb und somit ein hervorragendes Vehikel, um sich regelmäßig und in häufiger werdenden Abständen zu treffen für immer neue, immer detailliertere Fragen: Wo finden wir eine Wohnung? Wie ist unser Konzept? Passen die Bedarfe zusammen? Wie passen Bedarfe und Finanzierung zusammen? Kann man Arbeit und Wohnen rechtlich koppeln? Wie baut man ein Konstrukt aus dem Ganzen? Ist das jeweils juristisch abgesichert? Was steht in den Stellenbeschreibungen? Wie finden wir Mitbewohner*innen? Was kann man ihnen zumuten?
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… bei Ronja und Maja – zwei der erwähnten jungen Damen, für die wir die Super 8 gegründet haben – funktioniert das prima.
„… was noch alles vor uns liegt.“
Es waren und sind unendlich viele Dinge zu klären auf dem Weg zur Super 8; es gab den einen oder anderen Rückschlag, und so wird es auch eine Weile weitergehen, bis alles in ruhigen Fahrwassern ist. Manche sprechen von mehreren Jahren. Wir haben sicher unnötige Extraschleifen gedreht, die wir heute nicht mehr machen würden, aber diese Erfahrungen waren anscheinend nötig. Etwas betrübt sind wir darüber, dass es uns nicht möglich war, alle an Bord zu behalten, die mit uns auf die Reise gegangen sind: Für die WG-Gründung braucht es wirklich alle Kräfte am selben Strang und den Willen zum Mitmachen.
Über die Jahre haben wir unheimlich viel Rat von Wohn:sinn bekommen, unserem Bündnis für inklusives Wohnen, aber auch von vielen inklusiv engagierten Menschen. Dafür sind wir sehr dankbar! Wir haben uns fest vorgenommen, unser Wissen genauso zu teilen wie sie, denn diese eine Frage bewegt uns alle immer wieder: Warum ist es nach wie vor exotisch, dass Menschen mit und ohne Assistenzbedarf gemeinsam unter einem Dach leben? Warum ist das nicht selbstverständlich?
Katja, Mitgründerin
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Ich wollte inklusives Wohnen für meine Tochter Maja und gründete 2018 einen Stammtisch, bei dem sich monatlich einige interessierte Träger, vor allem aber Eltern trafen, die ihren Kindern ein Wohnen jenseits von Leistungstyp I, II oder III ermöglichen wollten.
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Daraus entstand eine Kerngruppe aus Sarah, Martin und mir, später kamen Daniela und dann auch Birgit dazu.
Leola, Jacob, Ronja und Maja heißen die jungen Leute, um die sich alles dreht.
Neben der unterstützenden Wajekama-Stiftung gibt es heute den Verein Gemeinsam wohnen e.V., der die Super 8 betreibt.
Endlose Fragen waren in immer häufiger werdenden Abständen zu klären: Wo finden wir eine Wohnung?
Wie passen Bedarfe und Finanzierung zusammen? Wie konstruiert man das Ganze? Ist das jeweils juristisch abgesichert? Was steht in den Stellenbeschreibungen? Wie finden wir Mitbewohner*innen? Aber wir haben die Fragen gelöst und die Super 8 steht!
Etwas betrübt sind wir darüber, dass es uns nicht möglich war, alle an Bord zu behalten, die mit uns auf die Reise gegangen sind, und es gab einige Rückschläge.
Aber irgendwann kommen wir in ruhigere Fahrwasser und die WG läuft fast von selbst. 😉
Wir haben viel Rat von Wohn:sinn bekommen, unserem Bündnis für inklusives Wohnen, aber auch von vielen inklusiv engagierten Menschen.
Auch wir teilen gern unser Wissen. Inklusives wohnen sollte selbstverständlich für alle möglich sein!
Katja, Mitgründerin

